Donnerstag, 27. Juni 2013
müder Donnerstag
Freudige Nachricht vor dem gestrigen Einschlafen gelesen! Oberster Gerichtshof der USA lehnt Gesetz ab! Aufgrund des Gleichheitsgebot könne der Ausschluss von homosexuellen Paaren von der Ehe keine Zustimmung finden.
Haben wir nicht auch einen ähnlichen Absatz im Grundgesetz? Artikel 3 Absatz (1): Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

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Tja, sind dann rein theoretisch Mann und Frau nicht gleich? In meinen Augen wäre eine Heteroehe ohnehin nicht "hetero", da alle gleich sind: Homo Sapiens Sapiens.
Worum diskutieren wir in Deutschland? Um einen Bauklotz der Macht für die CDU? Ich verstehe es nicht. Den größten Schock erlebte ich, als ich bei Freunden war. Zwar sind diese streng religiös und ich kenne ihre Einstellung zu Homosexualität, allerdings dachte ich, dass sie Religion und Staat trennen. Es ist auch ihr Deutschland und das muss ich akzeptieren, trotzdem fällt es mir schwer, ihnen nicht zu sagen, dass sie nur dank eines Preußen entspannt durch die Straßen gehen können, oder dass sie dank der teuflischen Wissenschaft ein Auto benutzen können. Es ist ihr Recht eine eigene Meinung zu haben und nicht mein Recht sie zu verurteilen, weil sie glauben.

Mit Dank habe ich heute meine Nase abgeholt. Werde ihr wohl eine kleine Augenklappe basteln und sie als meine Heldin des Jahres 2013 titulieren.

Einen schönen Restabend :)

Links:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1931182/USA-Gleichberechtigung-der-Homo-Ehe#/beitrag/video/1931182/USA-Gleichberechtigung-der-Homo-Ehe

http://www.bundestag.de/bundestag/aufgaben/rechtsgrundlagen/grundgesetz/index.html
http://www.bundestag.de/bundestag/aufgaben/rechtsgrundlagen/grundgesetz/gg_01.html


Mittwoch, 26. Juni 2013
Ein Brief
Alles Gute nachträglich!

Ich wünsche dir ein fröhliches und glückliches Lebensjahr!

Leider habe ich lange gebraucht, zu formulieren, wie ich zu deinem Wunsch, mehr Zeit für gemeinsame Gespräche zu haben, stehe.

Zunächst habe ich deinen Wunsch mit Irritation gelesen und dann mit Wut und Unglauben. Diese Gefühle kommen von der Enttäuschung, die mich jedes Mal heim gesucht hat, wenn ich gefahren bin nach Besuchen und desweiteren von der Tatsache, dass du meine E-Mailadresee, Telefonnummer und Adresse kennst und die Möglichkeit hast, mich besuchen zu kommen oder anzurufen. Zurück zu meinen Besuchen in der Heimat: Ich kann mich sehr gut daran erinnern, wie ich dir bei Küchenarbeiten, Essen oder zwischendurch versucht habe, aus meinem Leben zu erzählen. Ich schreibe "versucht", da du nicht auf die vielen Dinge eingegangen bist, die ich dir berichtete. Warum du nicht nachgefragt hast oder ein Thema angeschnitten hast, welches dich interessiert, weiß ich nicht, aber du hast es nicht, obwohl sich viele Gelegenheiten ergaben.

Als ich nun deinen Wunsch las, fragte ich mich auch, wieso du deinem Wunsch nicht Realität einhauchst und ihn umsetzt, besonders weil ich dich häufig zu mir einlud und du bei der Mediation meintest, du wärest kein Mensch, der sich unangenehmen - sofern es denn aus deiner Sicht solche sind - Gesprächen entzieht, sondern sich solchen stellt. Ich möchte nicht wieder als jene dargestellt werden, die den Kontakt meidet oder oberflächlich hält, da dem nicht so ist. Jedoch bin ich die, die keine Kraft mehr investiert, um danach verletzt und/oder traurig nach Hause zu fahren.

Du kannst mich jederzeit besuchen kommen.

Mit lieben Grüßen

xxx


Dienstag, 25. Juni 2013
schockierender Tagesbeginn
Normalerweise komme ich nach Hause, alles ist an seinem Platz, es ist aufgeräumt und etwas kühl - genauso, wie ich es verließ. Heute hingegen betrat ich nichts ahnend unsere Wohnung. Zunächst stank etwas erbärmlich, also riss ich ob der Kälte die Fenster auf, brachte alles, auch nur leicht Misstrauenerweckendes hinaus und widmete mich dann den Haustieren.
Da die eine Nase letzten Mittwoch einen unschönen Zusammenprall mit der anderen Nase hatte und arg geblutet hatte, glaubte ich schon, einen Kadavar bergen zu müssen. Es kam schlimmer.
Manchmal fressen Nasen ihre toten Mitbewohner an. Nach vier Tagen Abstinenz ging ich wirklich - wie ich dachte - vom Schlimmsten aus...
Als ich an den Stall trat, lugten mir nur 2 Paar Knöpfchen entgegen. , dachte ich, schau mal nach...
Währrenddessen entschied sich die Schildkröte der Dame ihr Terra zu boykottieren... Plötzlich lag sie auf dem Rücken. >Gut<, dachte ich wiederum, lass sie mal strampeln, das Training tut ihr vielleicht ganz gut. Nach fünf Minuten lag der Panzer immer noch verkehrt herum. >Gut<, also drehte ich sie um. Sie bewegte sich nicht mehr. Vor dem Haus suchte ich schnell Kräuter zusammen und legte sie ihr hin.
... Ich hob also nun das Häusschen hoch. Die Nase bewegte sich! , ich entspannte. Da drehte die Nase ihren Kopf und ich hüpfte vor Schreck in die andere Ecke des Raumes. Die Dame amüsiert: "Was ist los?"

Wir müssen zum Tierarzt, war die Antwort.

Was ist los? Zeig mal!

Halbe Stunde später ohne Nerven, standen wir im Behandlungsraum. Nase schaute ganz gespannt unter der Wolljacke hervor und der Arzt sog scharf die Luft ein. >Oha<

Übermorgen wird Nase operiert.

Schildkröte sitzt auf dem Podest.

>GUT<


Montag, 24. Juni 2013
Hassen ODER ABLEHNEN, WAS DER MENSCH NICHT KENNT?
Immer gab es Außenseiter, Minderheiten, Randgesellschaften. Im Kindergarten, will kein Kind mit diesen spielen. In der Schule redet keiner mit ihnen oder macht sich über sie lustig. In der Ausbildung oder Universität werden sie übersehen. Im Arbeitsleben sind sie die anderen oder jene, die abends nicht in der Kneipe dabei sind.
Es gibt etliche Angebote von verschiedenen Stellen diese "ein zu gliedern". Die "Anderen" sollen angepasst werden. Sie sollen nicht "raus fallen", "zurück bleiben". Häufig werden diese Angebote angenommen, doch die Mühen, den Mut und das Erreichte, auch wenn es wenig ist, wird meist nicht wahrgenommen - Leider. "Natürlich" müsse man sich anpassen.
Ich möchte hier nicht über Assimilierung sprechen, sondern über Verständnis: Was bedeutet "anders"?
Laut duden.de (Stand: 24.06.2013, 22:50) ist >anders< ein Synonym für >abweichend, auf andere Art, sonst, fremd, ungewohnt<. Besonders interessant empfinde ich ungewohnt, fremd! Hier findet sich, wie sich Ausgrenzung entwickelt. Als Kind benennt man ungewohnte Dinge eventuell noch "komisch", irgendwann ist dem nicht mehr so. Ablehnung aus Unverständnis entwickelt sich. Niemand erklärt dieses Komische mehr.

Warum sollte jemand etwas tollerieren, dass er nicht versteht? Warum sollte man sich zusammengehörig fühlen?

Persönlich bin ich mit einer sehr streng-gläubigen, freichristlichen Familie aufgewachsen. Wenn ich bei ihnen zu Abend esse, ist ihr Gott greifbar, present. Wenn ich eine Verbrennung direkt am Bagmati in Kathmandu sehe oder höre, wie frei "Glauben"/"Religion" macht, dann ist dies real. Andererseits assoziiere ich mir Religion und Glauben auch Märtyrer, Kreuzzüge, Hasspsalmen, Hassprediger, Hass und Zerstörung aus dem Gefühl der - was? Gruppe, Liebe, Folgsamkeit?
Wirklich wichtig ist, dass wir einander verstehen lernen. Dass wir bei etwas, dass mit - im Abendland - Pfählen begann, nicht direkt den Kopf schütteln, weil wir es nicht nachvollziehen wollen oder können.

Warum verstört es Menschen, wenn sie etwas nicht verstehen? Und warum, nehmen sie sich nicht die Zeit, das Andere kennen zu lernen?

HOMOSEXUELL fällt dieser Tage andauernd in den Medien. Es ist anscheinend verstörend - nein, anders - , wenn zwei Mütter oder zwei Väter existieren, die sich um ein einziges Kind kümmern. Mich regt auf, wie intollerant Menschen sein können. Das Alte Testament erlaubt die Ermordung - pardon - Hinrichtung von Homosexuellen. Politikerinnen glauben nicht, dass Frauen Kinder erziehen mögen, obwohl Nonnen Kinderheime leiten. Schlimm ist dieser Zustand in meinen Augen. Hier wird erwachsenen Menschen die Fähigkeit aberkannt, Liebe zu schenken und Verantwortung zu übernehmen, nur weil manche Menschen nicht verstehen können oder wollen. Sie wollen das scheinbar andere, anders lassen.

Meine Hoffnung ist, dass es Angebote zum Verstehen gibt. Nur offene Herzen können Frieden wahren.


Links:
http://www.duden.de/rechtschreibung/anders


Freitag, 21. Juni 2013
sand
morgen
ging ich
auf einer wiese
mit vielen gelben Blumen
Winter

Liebesvorstellungen
in Kulturen
so unterschiedlich erdacht
gefühlt sind sie anders
Trauer

viele
Roms Wege
Sie sind unergründlich
hat sie dich geküsst?
Tomaten

Warm
still geborgen
in liebenden Armen
bei freundlich gesinnten Menschen
Schutz


Donnerstag, 20. Juni 2013
Gedankenstreiche
"Der Verstand spielt einem Streiche", kennt jeder. Mal hat man da etwas huschen sehen oder dort etwas rascheln hören. Manche Menschen nehmen dies ernst, andere schieben es auf Einbildung.
Mein Verstand rekapituliert zur Zeit viele alt eingesessenen Automatismen. Für den Rest meiner Psyche ist dies sehr anstrengend. Meine Nerven sind futsch. Doof an der Sache ist: Vertraut man alten Gewohnheiten oder erfindet man sich neu?


Mittwoch, 19. Juni 2013
heißeste (r) Tag des Jahres
Mittwoch. Der Tag vor Donnerstag. Ein echt komischer Tag. Besonders dieser. Erst Klima wie in den Tropen, dann sengende Hitze. Ein kleines Wildkaninchen, was sich durch die Passanten, die weniger als einen Meter entfernt vorbei schritten, nicht stören ließ und weiter - ganz in Ruhe - seinen Klee genoß. Polizisten, die bei rot die Kreuzung querten. Ein nicht bellender Hund (normalerweise bellt dieser Minilöwe den gesamten Tag), eine langweilige Studie und ein verrückter Redner.

Nein, eigentlich habe ich genug für heute, doch wie das Schicksal will kommen noch unlösbare Aufgaben und das schrägste Kompliment jemals hinzu. Nach "Black Beauty" (Karnevall) und "du bist nicht die hübscheste oder schlauste Frau auf dieser Welt, aber ich liebe dich und will dich zurück" kam jetzt: "du siehst besser aus. Du hast zugenommen, oder?" Leider sehe ich nicht unterernährt aus und finde das gar nicht so witzig, wie es sich anhört. Auch wenn ich entspannt reagierte, wirft es mich, nachdem alle hübschen, jungen, schlanken Frauen ihre nackten Beine zur Schau stellen und ich gar nicht anders kann, als ihnen hinterher zu sehen, aus der Bahn.
An diesem Mittwoch kam mir auch just eine Lady in Shorts und extra-langem Shirt entgegen. Hoppa! Aus dem Bett gefallen? Sehr sexy!
Danke für dieses Kompliment, dem direkt danach noch ein Schokoladeneis folgte, nur leider fällt es mir schwer, mich darüber zu freuen... Ich wünschte ich könnte es.


Dienstag, 18. Juni 2013
Will, 12.06.2013
Eigentlich wollte ich mich nur amüsieren. Nun habe ich wieder gemerkt, wie einfach es ist mich zu verunsichern. Während ich der Runde zu hörte war ich schon sehr erschrocken, wie Menschen, hier leider zwei Frauen noch dazu, über ihre Mitmenschen sprachen.
Anscheinend erfordere es Mut, zu zu seinen homosexuellen Eltern zu stehen. Eingestehen tat dies Erika Steinbach, jedoch zeigte sie keine Lösung für dieses Dilemma auf. Meine wäre, die Ehe für Homosexuelle zu öffnen.
Desweiteren wäre - laut der zuvor angesprochenen Frau - diese Diskussion über eine Minderheit, eine Randgruppe und die schnelle Gesetzgebung direkt nach einem Urteil ungerecht gegenüber Familien für die in den 90ern schon Urteile gefällt wurden. Nunja, darüber kann ich leider nicht viel sagen, jedoch frage ich mich, weshalb sie oder besagte Familien nicht schon längst auf die Barrikaden gegangen sind... Eventuell wissen viele Politiker, dass eine gewisse Minderheit sehr aktiv werden kann oder vielleicht doch nicht so unwichtig oder (schon fast) schädlich ist.
Wirklich geschockt war ich nicht von "Reproduktion" oder "Nutzen für den Staat", sondern von der Suggerierung, dass der junge Mann nur seine Eltern aus Liebe und Loyalität verteidige seitens Hedwig von Beverfoerdes. Er selbst reagierte ruhig und nannte dies "schade", wichtig sei für ihn die Anerkennung die erziehenden Eltern entgegen käme, wenn die Homoehe in Kraft träte.

Warum ist es so schwer, ein von Menschen erschaffenes Konzept zu erweitern? Ob es Gott gibt oder nicht, sei - bei einer Trennung von Kirche und Staat, in dem jeder seine Religion leben darf - unwichtig. Entscheidend ist, dass der Staat nur besteht, weil es Menschen gibt, die ihn erhalten. Zu diesen Menschen gehören Männer und Frauen. Frauen wie Hedwig von Beverfoerde und Erika Steinbach und die Frau, die zufällig, völlig ungewählt, Frauen liebt. Zu diesen Menschen gehören Männer, Väter, Söhne, geistig und körperlich Behinderte, Faulenzer, Schwule, Beamte und viele mehr. Alle Menschen dieser Bundesrepublik sollten die Rechte haben, die sie frei machen und Toleranz fügt und hält einen Staat zusammen.
Für die Freiheit kämpften und starben Minderheiten. Aus einigen Minderheiten wurden Mehrheiten und schnell war es normal so zu sein und zu denken. Beispielsweise Christen: Erst unterdrückt, geächtet und dann Weltreligion.
Niemand vertritt die Ansicht, dass, sollte die Gleichstellung (vor Gott sind alle Menschen gleich, vor dem Gesetz auch) vollzogen sein, Homosexuelle eine "Mehrheit" sein werden. Nur sollte jeder bedenken, dass wir alle zusammen Deutschland sind und die Unterdrückung oder Ignorierung einer Gruppe nicht gut vor unserer Geschichte erscheint. Wir sollten lernen zusammen zu rücken.

Links:
http://www.youtube.com/watch?v=KHwLGiLq_1k