Gefühle
Vor Gefühlen kann man davon laufen. Sie sind mächtig. Auf ihnen basiert fast unser gesamtes Leben. Entscheidungen, die getroffen werden, können aus dem Bauch heraus oder nach reiflicher Überlegung getätigt werden. Gefühle kommen und gehen. Manche jedoch bleiben. Bleiben teilweise sehr lang und ihr Nachhall verliert sich nie völlig. Eine Entscheidung, die nach reiflicher Überlegung getroffen wird, erweckt den Anschein - im Gegensatz zu einer spontanen "aus dem Bauch" gefällten - ohne jeglichen Einfluss von Emotionen entstanden zu sein. Jedoch müsste diesem Anschein widersprochen werden. Theorien und Prinzipien sowie Erfahrungen sind immer emotional verankert - ob nun mit Gleichgüligkeit, Zustimmung oder Ablehnung behaftet. Die erste Reaktion und die späteren Ereignisse oder Reaktionen um eine Idee sind immer behaftet mit Emotionen.

Eine Entscheidung ohne jegliches Gefühl davor, danach oder währenddessen erscheint unmöglich. Doch auch wenn dies immer der Fall sei, versucht man manchmal vor seinen Gefühlen davon zu laufen. Entscheidend hierbei ist, ob einen die Gefühle einholen und in den Rücken treffen, sodass sie völlig unvermutet kommen und einen überfordern, ob man sich ihnen standhaft entgegenstellt und ein Schutzschild errichtet oder ihnen gelassen entgegen tritt.

Bisher rannte ich davon, nun versuche ich immer nur wenige Emotionen durch das Schild zu lassen. Was würde passieren, wenn ich es ließe und alle kämen? Säße ich wirklich in der Ecke weinend?