Immer gab es Außenseiter, Minderheiten, Randgesellschaften. Im Kindergarten, will kein Kind mit diesen spielen. In der Schule redet keiner mit ihnen oder macht sich über sie lustig. In der Ausbildung oder Universität werden sie übersehen. Im Arbeitsleben sind sie die anderen oder jene, die abends nicht in der Kneipe dabei sind.
Es gibt etliche Angebote von verschiedenen Stellen diese "ein zu gliedern". Die "Anderen" sollen angepasst werden. Sie sollen nicht "raus fallen", "zurück bleiben". Häufig werden diese Angebote angenommen, doch die Mühen, den Mut und das Erreichte, auch wenn es wenig ist, wird meist nicht wahrgenommen - Leider. "Natürlich" müsse man sich anpassen.
Ich möchte hier nicht über Assimilierung sprechen, sondern über Verständnis: Was bedeutet
"anders"?
Laut duden.de (Stand: 24.06.2013, 22:50) ist >anders< ein Synonym für >abweichend, auf andere Art, sonst, fremd, ungewohnt<. Besonders interessant empfinde ich
ungewohnt, fremd! Hier findet sich, wie sich Ausgrenzung entwickelt. Als Kind benennt man ungewohnte Dinge eventuell noch "komisch", irgendwann ist dem nicht mehr so. Ablehnung aus Unverständnis entwickelt sich. Niemand erklärt dieses Komische mehr.
Warum sollte jemand etwas tollerieren, dass er nicht versteht? Warum sollte man sich zusammengehörig fühlen?
Persönlich bin ich mit einer sehr streng-gläubigen, freichristlichen Familie aufgewachsen. Wenn ich bei ihnen zu Abend esse, ist ihr Gott greifbar, present. Wenn ich eine Verbrennung direkt am Bagmati in Kathmandu sehe oder höre, wie frei "Glauben"/"Religion" macht, dann ist dies real. Andererseits assoziiere ich mir Religion und Glauben auch Märtyrer, Kreuzzüge, Hasspsalmen, Hassprediger, Hass und Zerstörung aus dem Gefühl der - was? Gruppe, Liebe, Folgsamkeit?
Wirklich wichtig ist, dass wir einander verstehen lernen. Dass wir bei etwas, dass mit - im Abendland - Pfählen begann, nicht direkt den Kopf schütteln, weil wir es nicht nachvollziehen wollen oder können.
Warum verstört es Menschen, wenn sie etwas nicht verstehen? Und warum, nehmen sie sich nicht die Zeit, das Andere kennen zu lernen?
HOMOSEXUELL fällt dieser Tage andauernd in den Medien. Es ist anscheinend verstörend - nein, anders - , wenn zwei Mütter oder zwei Väter existieren, die sich um ein einziges Kind kümmern. Mich regt auf, wie intollerant Menschen sein können. Das Alte Testament erlaubt die Ermordung - pardon - Hinrichtung von Homosexuellen. Politikerinnen glauben nicht, dass Frauen Kinder erziehen mögen, obwohl Nonnen Kinderheime leiten. Schlimm ist dieser Zustand in meinen Augen. Hier wird erwachsenen Menschen die Fähigkeit aberkannt, Liebe zu schenken und Verantwortung zu übernehmen, nur weil manche Menschen nicht verstehen können oder wollen. Sie wollen das scheinbar andere, anders lassen.
Meine Hoffnung ist, dass es Angebote zum Verstehen gibt. Nur offene Herzen können Frieden wahren.
Links:
http://www.duden.de/rechtschreibung/anders